Seite wählen
Speeddating mit Politikern
Gespräch mit Bürgermeister
Gespräch mit Jan Hambach
Wünsche an Gemeinde
Plakate Alltagsrassismus
Gespräch mit Peter Seimer
Klasse 5

Mehr kann sich eine Schule, können sich Lehrkräfte nicht wünschen. Engagierte Schüler*innen, die ein Projekt auf die Beine stellen, das Mitschüler*innen Demokratieverständnis nahebringt.

Initiiert wurde der Projekttag „Rooted in Democracy“ von Guilherme Oliveira, Kursstufenschüler am Gymnasium Renningen, der dabei vom Team Tomorrow Stuttgart und der Erasmus+ AG des Gymnasiums in Renningen unterstützt wurde. Das Ziel des gemeinnützigen Vereins aus Stuttgart ist es, Menschen zu befähigen, sich für die Demokratie zu engagieren, Möglichkeiten zu schaffen, dies auch zu tun und Brücken zwischen Politik und jungen Menschen zu bauen.

Guilherme Oliveira hat in den letzten Monaten neben der Schule Zeit gefunden, für alle Klassenstufen unterschiedliche Unterrichtsentwürfe zu den Themen Diskriminierung, Vorurteile, Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft, Extremismus, Populismus und Rassismus konzipiert. Interessierte Lehrer*innen und Schüler*innen haben sich in Teams zusammengefunden und anhand von Guilhermes Unterrichtskonzeption und Materialien den Projekttag am Freitag, 23.7. am Gymnasium Renningen durchgeführt. Das Team-Teaching in dieser Konstellation war ein besonderes Erlebnis für Lehrkräfte und Schüler*innen. Lehrer*innen arbeiten unter Anleitung eines Schülers und Schüler*innen unterrichten im Team mit Lehrer*innen interessierte Schüler*innen – so sieht kein normaler Schultag aus.

Die Schüler*innen, die sich im Voraus für den Projekttag anmelden mussten, haben genau dies gelobt. „Es war toll und man konnte gute Erfahrungen sammeln“ schrieb ein*e Schüler*in in dem anonymen Feedback, das das Projektteam nach dem Projekttag eingesammelt hat. Vor allem das Speed-Dating mit den Landtagsabgeordneten Peter Seimer (GRÜNE) und Hans-Dietrich Scheerer (FDP) und dem Landesgeschäftsführer der Jugendorganisation der SPD in Baden-Württemberg Jan Hambach war für die Schüler*innen der Klasse 8 bis 10 gewinnbringend. Das zeigt auch das Feedback der Schüler*innen und der drei Landespolitiker. „Das Speed-Dating mit den Politikern war etwas Besonderes und hat mir wirklich gut gefallen“, so das Feedback der Schüler*innen. Auch Herr Seimer MdL, Herr Scheerer und Herr Hambach waren dieser Ansicht. „Im Gespräch mit meinem Kollegen Herrn Scheerer MdL und Herrn Hambach wurde klar: Wir fanden alle drei die Gespräche mit den Schüler*innen richtig gut.“, meldete Peter Seimer MdL dem Projektteam zurück. „Ich fand es sogar besser, als auf dem Podium zu stehen. So konnten wir auf persönlicher Ebene in den Kleingruppen auf die Fragen der Schüler*innen eingehen, was ein echter Gewinn war.“, fügte Seimer hinzu.

Nicht nur die älteren Schüler*innen hatten die Möglichkeit mit Mandatsträger*innen zu reden. Auch die angemeldeten Schüler*innen der Klasse 5 bis 7 hatten die Chance mit Mitgliedern des Gemeinderats und dem Bürgermeister von Rennigen zu reden. An den Gesprächen nahmen Gemeinderätin Resi Berger-Bäuerle (Frauen für Renningen), Gemeinderat Alfred Kauffmann (Freie Wähler), Gemeinderat Jan Hambach (SPD), Gemeinderätin Monika Breitweg (GRÜNE) und Bürgermeister Wolfgang Faißt (Freie Wähler) teil. Die Rückmeldungen von Politiker*innen, Lehrkräften und Schüler*innen sind auch hier sehr positiv. Die Schüler*innen stellten den Kommunalpolitiker*innen sowohl persönliche als auch thematische Fragen, wie z.B. zu Linienbussen, die laut einem Schüler der Klasse 5 nicht nah genug an der Schule halten. „Auch diese Gespräche haben sich nochmals als sehr wichtig und gewinnbringend herausgestellt. Für uns hat sich klar abgezeichnet, politische Bildung muss die ganze Schule abdecken, denn Demokratieverständnis ist heutzutage wichtiger denn je. Das ist der Grundgedanke solcher Gespräche – vor allem der Grundgedanke der Gespräche mit den jüngeren Schüler*innen“, begründete das Projektteam.

Für das Gymnasium Renningen, das sich Ende 2019 zu einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ selbstverpflichtet hat, war und ist dieser Projekttag selbstverständlich. „Die Aufklärung über Rassismus und Diskriminierung und die Demokratieförderung gehören zusammen. Für uns ist es selbstverständlich, diesen wichtigen Themen an unserer Schule Raum zu geben.“, betonte Kerstin Janser, Abteilungsleiterin und Mitglied der erweiterten Schulleitung des Renninger Gymnasiums. „Es ist Teil unseres Bildungsauftrages als Schule, dass wir unseren Schüler*innen mitgeben, wie wichtig Demokratien und vielfältige Gesellschaften sind“, fügte Frau Janser hinzu.

Der Projekttag „Rooted in Democracy“ hat gezeigt, wie politische Bildung losgelöst von Podiumsdiskussionen oder Gemeinschaftskundeunterricht stattfinden kann. Darauf ist das Projektteam besonders stolz und hofft auf weitere Projekte, die dies unterstreichen und neue Ansätze suchen, wie junge Menschen für Politik begeistert werden können.